Aktuelles Willkommen Leistungen Aktuelles Kontakt Impressum
© Stb-Bosley.de
Doppelte Haushaltsführung Unter Aufgabe seiner bisherigen Rechtsprechung hatte der Bundesfinanzhof im vergangenen Jahr erstmals den Werbungskostenabzug für eine doppelte Haushaltsführung bei kompletter Wegverlegung des Familienwohnsitzes vom Beschäftigungsort zugelassen. Dem haben sich nun auch die Finanzbehörden angeschlossen und erkennen eine aus beruflichem Anlass begründete doppelte Haushaltsführung an, sofern der Haupthausstand aus privaten Gründen vom Beschäftigungsort wegverlegt und vom Zweithaushalt am Beschäftigungsort der bisherigen Beschäftigung weiter nachgegangen wird. Auf Ablehnung stößt der begehrte Werbungskostenabzug hingegen in allen Fällen, in denen bereits zum Zeitpunkt der Wegverlegung des Lebensmittelpunktes vom Beschäftigungsort ein Rückumzug an den Beschäftigungsort geplant ist oder feststeht. Anerkannt werden infolge dessen auch Umzugskosten, die nach Wegverlegung des Lebensmittelpunktes vom Beschäftigungsort für den Umzug in eine andere, ausschließlich aus beruflichen Gründen genutzte Unterkunft am Beschäftigungsort entstehen (BMF-Schreiben vom 10. Dezember 2009 - IV C 5 - S 2352/0 -).

Regelmäßige Arbeitsstätte

Mit der gescheiterten Einführung des "Werktorprinzips" ist der Steuerabzug für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit 0,30 Euro wieder ab dem ersten Entfernungskilometer erlaubt. Als regelmäßige Arbeitsstätte gilt jede ortsfeste dauerhafte betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers, der der Arbeitnehmer zugeordnet ist und die er nicht nur gelegentlich, sondern fortwährend und immer wieder aufsucht. Darunter fallen auch Zweigbetriebe des Arbeitgebers; außen vor bleiben nach der jüngsten Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) jedoch betriebliche Einrichtungen eines Kunden (BFH-Urteil vom 10. Juli 2008 - VI R 21/07 -). Der geänderten Rechtsauffassung haben sich kürzlich die Finanzbehörden im Anwendungsschreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 21. Dezember 2009 (- IV C 5 - S 2353/08/10010 -) angeschlossen. Insbesondere bei der Leiharbeit und beim Outsourcing stellen betriebliche Kundeneinrichtungen selbst dann keine regelmäßigen Arbeitsstätten der Arbeitnehmer dar, wenn im Überlassungsvertrag ein längerfristiger Zeitraum vorgesehen ist oder auf eine zeitliche Befristung gänzlich verzichtet wurde ("bis auf Weiteres"). Anders beurteilen die Finanzbehörden hingegen Fälle, in denen Arbeitnehmer vom Arbeitnehmerverleiher (Arbeitgeber) für die gesamte Dauer ihrer Arbeitsverhältnisse dem Entleiher zur Tätigkeit in dessen betrieblicher Einrichtung überlassen oder mit dem Ziel der späteren Anstellung beim Entleiher (Kunden) eingestellt werden: Weil sie nicht mit einem Einsatz an wechselnden Tätigkeitsstätten rechnen müssen, liegt eine zwar außerbetriebliche, steuerlich gleichwohl regelmäßige Arbeitsstätte vor.
aktuelle steuerliche Entscheidungen Steuerbüro Bosley Aktuelles